Werkzeugkasten Wissensmanagement

» Erschienen im Newsletter der XING-Gruppe 'Knowledge Management' «

Als Werkzeuge/Instrumente des Wissensmanagement kann man diejenigen Maßnahmen bezeichnen, mit deren Hilfe das Wissen bzw. die Wissensbasis einer Organisation zielgerichtet gestaltet, gelenkt und entwickelt werden soll. Aufgrund des interdisziplinären Charakters des Wissensmanagement sowie der grundlegenden Natur des Wissens gibt es eine Vielzahl dieser Werkzeuge/Instrumente. Damit sie effektiv und effizient eingesetzt werden können, versucht man sie zu kategorisieren. (s. Ergänzende Literatur)

Semantischer Raum des WM
Semantischer Raum des Wissensmanagement

Eine solche Kategorisierung nimmt auch Angelika Mittelmann in ihrem Werkzeugkasten Wissensmanagement vor.

Der Werkzeugkasten basiert auf dem semantischen Raum des Wissensmanagement, der diejenigen Bestandteile (Entitäten) enthält, die für das Wissensmanagement von zentraler Bedeutung seien – Menschen (Wissensträger); soziale Gefüge (Organisationen); soziale Bindungen & Entitäts-Zusammenhänge (Beziehungen); Geschäftsabläufe (Prozesse); individuelle & organisationale Fähigkeiten, Fertigkeiten, Wissen, Erfahrungen (Kompetenzen); Fachthemen & -begriffe (Wissensgebiete); Grundbegriffe eines Wissensgebiets (Kategorien); physische & virtuelle Wissensartefakte (Wissensobjekte); physische & virtuelle Räume (Orte).

Durch Gruppierung der Bestandteile erhält man fünf Fächer für den Werkzeugkasten Wissensmanagement, in die man die Werkzeuge/Instrumente einordnen kann – Werkzeuge, die sich besonders dazu eignen die eigenen Kompetenzen zu entwickeln (Fach 1), organisationales Lernen zu entfalten (Fach 2), Beziehungen und Kommunikation zwecks Auf- und Ausbau von Wissen zu fördern (Fach 3), Wissensstrukturen und -bestände zu erweitern (Fach 4) und Prozesse mit Wissensorientierung zu optimieren (Fach 5)

Mehr dazu in den FAQ auf der Seite von Angelika Mittelmann. (s. Literatur)


Literatur

Ergänzende Literatur

  • Armutat, S. et al.: Wissensmanagement erfolgreich einführen: Strategien – Instrumente – Praxisbeispiele. Bielefeld: Bertelsmann (PraxisEdition 66), 2002. ISBN 3936889007
    • Armutat et al. (S. 147-153) sortieren insgesamt 91 Wissensmanagement-Tools nach deren Einsatzmöglichkeiten im Wissensmanagement bzw. danach, welche Wissensprozesse sie unterstützen. Des Weiteren werden die Tools, in einer entsprechend sortierten Matrix, dahingehend gewichtet „an welche wissensmanagementrelevanten Kulturaspekte der jeweilige Tooleinsatz [tendenziell] gebunden ist und … welcher der Einflussfaktoren Mensch, Organisation und Technik hauptsächlich durch die Nutzung des Tools berührt wird.“ (S. 147)
  • Roehl, H.: Instrumente der Wissensorganisation. Perspektiven für eine differenzierende Interventionspraxis. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag, 2000. ISBN 3824469774
    • Roehl (S. 158-161) setzt sich intensiv damit außeinander, wodurch überhaupt ein Wissensmanagement-Instrument charakterisiert ist. Er unterscheidet zwischen arbeitsbezogenen Instrumenten, personenbezogenen Instrumenten, kommunikationsorientierten Instrumenten, Instrumenten der räumlich-organisatorischen Infrastruktur, Instrumenten der technologischen Infrastruktur und problemlösungsbezogenen Instrumenten (S. 154-246).
  • uit Beijerse, R. P.: Knowledge management in small and medium-sized companies: knowledge management for entrepreneurs. Journal of Knowledge Management, 4 (2), 2000: 162-179. ISSN 1367-3270
    • uit Beijerse (S. 174-177) führt insgesamt 108 in der einschlägigen Literatur und in Fallstudien identifizierte Instrumente auf und ordnet sie den Wissensprozess-Clustern „evaluation of knowledge and determination of the knowledge gap“ (24 Instrumente), „acquisition and/or development of knowledge“ (53 Instrumente) und „knowledge sharing“ (31 Instrumente) zu.

Bildnachweis: Semantischer Raum des WM © Angelika Mittelmann

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